Monuments Men

Vor einiger Zeit herrschte in meiner Gegend doch einige Aufregung. Denn es war nicht nur so, dass der Clooney George einige Szenen seines neuen Films im Harz drehen würde, nein, es würden auch Statisten eingesetzt.1 Statt stundenlang in der Kälte zu stehen, entschied ich mich jedoch dafür, den Film so zu genießen, wie jeden anderen Film sonst auch,2 also im Kino. Das allerdings verzögerte sich etwas, da der Film doch erst 2014 rauskam, angeblich, weil die Special Effects doch länger brauchten, als gedacht. Sagt George Clooney. Nuja.
Am Montag ließ sich dann das lokale Multiplex dazu herab, den Film in der englischen Originalfassung zu zeigen und ich nutzte diese Gelegenheit selbstverständlich aus.

Um es kurz zu machen: Monuments Men ist ein guter Film, aber kein sehr guter. Zwar fühlt man sich recht gut unterhalten, aber um aus dem guten Film einen sehr guten zu machen, hätte man bei der Produktion einiges verändern müssen. Zum einen sind da die Figuren, mit denen man zwar irgendwie warm wird, aber nicht so, dass man eine starke emotionale Bindung zu ihnen aufbauen könnte. Statt die Gelegenheit zu nutzen, die kurze Grundausbildungssequenz mit etwas Hintergrundinformationen zu den Figuren auszustatten, wie es zum Beispiel Band of Brothers tut, wird man sozusagen mitten in die Handlung geworfen. Statt aber später diese Figurencharakterisierung nachzuholen, wie in Saving Private Ryan, verzichtet der Film nahezu vollständig darauf. So ist es dann auch problematisch, sich wirklich einzufühlen in das, was als Hauptziel der Truppe um Clooneys Frank Stokes gilt: Die Wiederauffindung der Brügger Madonna, bei deren Schutz eines der Mitglieder von Clooneys Truppe getötet wurde.
Wenn man sich aber nicht in das Hauptziel einfühlen kann, dann ist es schwer, einen Spannungsbogen wahrzunehmen und der Film plätschert mehr oder weniger vor sich hin. Das wird noch dadurch verstärkt, dass das Publikum früher als die Figuren informiert wird, wohin die Madonna verbracht wurde.

Langeweile kommt jedoch keine auf und die humoristischen Interaktionen zwischen den Figuren funktionieren auch. Dort ist der Film für meine Begriffe auch am besten, was bei der Besetzung allerdings auch keine Überraschung ist. Insgesamt bietet der Film eine nette Unterhaltung und illustriert nebenbei auch einen weniger häufig thematisierten Aspekt des Zweiten Weltkriegs, nämlich den massiven Raub von und Verlust an Kulturgut. Daher:

  1. Statisten. Beim Film. Man stelle sich vor! []
  2. Wir reden jetzt nicht über eine Schneewittchenverfilmung aus der sechsten Klasse, in der ich eine kleine Rolle spielen „durfte“, nein? []

Kommentare sind geschlossen.